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Stellungnahme des Kreisverbandes Lörrach der Partei DIE LINKE Zur Wiederwahl von Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic

Anne-Katrin Naujoks

Der Kreisverband Lörrach der Partei DIE LINKE nimmt die im Artikel „Ohne Gegenstimme wiedergewählt“ (28. März 2026) dargestellte Wiederwahl von Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic zur Kenntnis und respektiert das demokratische Verfahren sowie dessen Ergebnis.

Gleichzeitig sehen wir uns angesichts der im Artikel veröffentlichten Fotografie zu einer klaren politischen Einordnung veranlasst.

Das Bild zeigt die wiedergewählte Bürgermeisterin gemeinsam mit den Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats – darunter auch ein Vertreter der AfD. Diese Darstellung ist aus unserer Sicht nicht als bloße Formalität zu verstehen, sondern sendet ein politisches Signal.

In einer Zeit, in der Teile der AfD durch den Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft werden und ihre Positionen offen demokratiefeindliche und menschenverachtende Elemente enthalten, wirkt ein solches gemeinsames Auftreten wie eine Normalisierung dieser Partei im politischen Alltag. Diese Entwicklung betrachten wir mit großer Sorge.

Die im Artikel hervorgehobene breite Zustimmung im Gemeinderat („ohne Gegenstimme wiedergewählt“) unterstreicht zugleich die besondere Verantwortung aller demokratischen Akteur*innen, klare politische Grenzen sichtbar zu machen – auch in der öffentlichen Darstellung.

Dabei ist entscheidend: Eine solche Inszenierung ist keine zwingende Folge des Anlasses. Die Fraktionsvorsitzenden hätten die Möglichkeit gehabt, sich bewusst anders zu positionieren – etwa, indem sie einem gemeinsamen Foto nicht zustimmen oder alternative Formen der Darstellung wählen, beispielsweise ein Bild der gewählten Bürgermeisterin ohne gemeinsames Gruppenarrangement. Dass dies nicht erfolgt ist, macht die Wirkung des entstandenen Bildes umso gewichtiger.

Bilder sind nicht neutral. Sie prägen Wahrnehmung und transportieren politische Botschaften.

Wenn Vertreter*innen demokratischer Parteien gemeinsam mit der AfD als Teil eines vermeintlich geschlossenen „Teams Lörrach“ auftreten, entsteht der Eindruck von Gleichrangigkeit, der aus unserer Sicht problematisch ist.

Gerade vor dem Hintergrund historischer Verantwortung und aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen halten wir es für unerlässlich, im politischen Handeln wie auch in symbolischen Gesten klar zwischen demokratischen Kräften und extrem rechten Positionen zu unterscheiden.

Wir fordern daher die Stadtspitze sowie die im Gemeinderat vertretenen Fraktionen auf, sich dieser Verantwortung bewusst zu sein und entsprechend sensibel zu handeln.

Öffentliche Auftritte und Bilder sind immer auch Ausdruck politischer Haltung.

Für uns gilt: Demokratie bedeutet nicht Beliebigkeit im Umgang miteinander, sondern die klare Abgrenzung gegenüber rechtsextremen Positionen.

Der Kreisverband Lörrach der Partei DIE LINKE wird sich weiterhin entschieden gegen jede Form der Normalisierung der AfD positionieren.

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